Mittwoch, September 20, 2006
Der Tod der Liebenden
Laß unser duftumhüllten Lager sein,
Und ringsum Blumen, die in schönren Sphären
Für uns erblüht in einem fremden Hain.
Laß unser letztes Glühen und Begehren
Gleich düsterroten Fackeln lodern drein,
Zwiefache Flammen, die sich spiegelnd mehren
In unsrer Doppelseele Widerschein.
Der Abend brennt in rosig-blauem Flimmer,
Ein letztes Glühen noch, dann schweigt für immer
Der lange Seufzer, schwer von Abschiedsqual.
Und lächelnd tritt ein Engel in das Zimmer
Und weckt zu neuem Leben, neuem Schimmer
Erloschne Spiegel, toter Kerzen Strahl.
Baudelaire, Die Blumen des Bösen
Montag, September 18, 2006
Rotes Windlicht
Vor ein paar Wochen war ich mit Freunden im Café, darunter das wunderschöne Fräulein Fränzi. Und aus dem nichts heraus kam eine junge Dame mit einer aus einer Papierserviette gebastelten Blume in der Hand auf ebenjenes Fräulein zu, übergab ihr die Blume und murmelte was von sie sei eine tolle Frau. Danach verließ sie das Ambiente. Alle gebannt von der spontanen Aktion und der ehrlichen unschuldigen Sympathiebekundung hielten den Atem an und wussten nicht recht mit der Situation umzugehen bis jemand anfing zu schmunzeln und der Nächste zu Lachen. Das Lachen war allerdings nicht böse gemeint, es war mehr der Auflösung der Stille verschuldet. Im Nachhinein tat es mir leid, dass wir nicht still blieben, vielleicht hat sie es beim Verlassen des Cafés gehört und traut sich nie mehr wieder Fremden Komplimente zu machen.
Sonntag, September 17, 2006
La Confiture du petit loup

Man nehme
400 g frische, kurz vor Reife gepflückte Pfirsiche
2 vollgelbe Bananen
3 grüne mittelweiche Kiwis
Obst waschen, klein schneiden, in Topf geben. Gelierzucker 3:1 im richtigen vorher austarierten Verhältnis zufügen, und unter Hitze aufkochen und rühren.
Einen guten Schuss teuersten leckersten trockenen Weißwein der gerade greifbar ist beifügen und ½ ausgeschabte Bourbon Vanille Schote mit unterrühren.
Das ganze eine viertel Stunde unter blubberndem Kochgeräusch mit einem Holzkochlöffel und viel Liebe umrühren und danach in weitestgehend sterile Marmeladengläser füllen.
Bon Appetit.
Samstag, September 16, 2006
Seifenwelt

Während sich andere Jugendliche Poster von Popstars an die Wand hingen, ihr weniges meist durch Zeitungsaustragen hart aufgeputschtes Taschengeld in die neusten CDs ihrer Götter investierten, um damit im Kreise ihrer Mitverfallenen an Ansehen zu gewinnen, lebte ich in der bunten Seifenopernwelt.
Waren die Soaps anfangs eigentlich konzipiert, um die an Herd und Heim gekettete Hausfrau unter Vorgabe einer Nebenputz- und –Bügelunterhaltung dazu zu inspirieren die darin beworbenen Putz- und Seifenmittel an die Frau zu bringen, haben sie doch heute den Status einer Hauptunterhaltung erhalten. Und in meinem Fall- ich glaube ich bin da nicht alleine- haben sie in gewisser Weise auch mein Leben beeinflusst. Ist man einmal einer Serie verfallen kann man kaum ohne sie weiterleben. Man baut sich durch die Identifikation mit einem Protagonisten eine zweite Welt auf in der man ohne die Sorgen oder Gedanken der eigentlichen Realität existieren kann und ist somit vollkommen vom eigenen Leben ausgeloggt. Dies ist als Entspannungsmaßnahme in Zeiten starker Lern- oder Arbeitsbelästigung wie Abi, Staatsexamen oder Klinikalltag recht hilfreich. Natürlich sollte man nie zugeben Soapstar zu sein, denn letztlich gibt man sich als Subjekt proletarischen Geschmacks und weniger sozialen Kontakten aus. Dies trifft natürlich nicht für Serien mit Kultstatus zu. Diesen haben sie zumindest nach Dietrich Schwanitz (Autor des Buches „Bildung, alles was man wissen muss“) erreicht, wenn sie zu ironischen Gottesdiensten von Fan-Gemeinden werden, die sich vor dem Fernseher versammeln und die nach jeder Sendung genüsslich über die neue Episode debattieren. So ist es also besser darüber Stillschweigen zu bewahren oder es als Resultat von medientheoretischen Studien ausgeben. In meinem Fall trifft natürlich letzteres zu.
Oben im Bild sind einige Serien dargestellt. Kann jemand alle benennen? Welches ist eure Liebingsserie?
Dienstag, August 29, 2006
My Library
Mittwoch, August 09, 2006
Magrit und Ferdinand
Da Magrit nicht mit einer Klingel gesegnet war haben wir eins unserer zahlreichen Uralträder ausgeschlachtet und sie damit versehen und nun klingelt Camus, scheinbar zum ersten mal eine Klingel besitzend, jeden Passanten, Radfahrer, Auto oder Hund an, an dem er vorbeiknattert. Wie Heidi.
Dienstag, August 08, 2006
Metzger
Montag, August 07, 2006
Namensverteilung

Internt macht´s möglich. Schon einmal dafür interessiert wie der Nachname in Deutschland verteilt ist? Herr K.´s jedenfalls ist oben in der Grafik zu betrachten.
Sonntag, August 06, 2006
Fernsehgedanken

" Das Fernsehen, mein lieber Daniel, ist der Antichrist, und ich sage Ihnen, es werden drei oder vier Generationen genügen, bis die Leute nicht einmal mehr selbstständig furzen können und der Mensch in die Höhle, in die mittelalterliche Barbarei und in einen Schwachsinn zurückfällt, den schon die Nacktschnecke im Pleistozän überwunden hat. Diese Welt wird nicht von der Atombombe zerstört werden, wie uns die Zeitungen weismachen wollen, sondern sie wird sich totlachen, wird an Banalität zugrunde gehen, weil sie aus allem einen Witz macht, einen schlechten noch dazu."
(Carlos Ruiz Zafón ,Der Schatten des Windes, Paperback, Suhrkamp, S. 130f)
Sonntag, Juli 30, 2006
Meine Handschrift
Herr k. ist selbstbewusst und bereit,seine Stärken auch anderen zu zeigen.Er ist locker und großzügig. Ihm ist sehr wichtig, nach außen etwas darzustellen. Herr k. ist ein impulsiver, unsteter, vielseitiger und unkonventioneller Typ.Es fällt ihm nicht leicht, sich anzupassen. Herr k. ist ein Gewohnheitsmensch.Er ist mit einer praktischen Intelligenz ausgestattet,die ihm erlaubt, rationell zu arbeiten,und zwar im Privat- wie auch im Berufsleben. Für ihn ist verbindliches Auftreten und Arbeiten selbstverständlich. Er ist sinnlich, warmherzig, gemütlich und phantasievoll. Im Großen und Ganzen wirkt er gelassen bis uninteressiert,wenn er aber von einer Sache überzeugt ist, überrascht erseine Umwelt durch sein überschwängliches und begeisterungsfähiges Auftreten. Er ist lebhaft und kontaktfreudig.Mit viel Verständnis für die Belange anderer. Herr k. ist ein sehr gefühlsbestimmter Mensch.Oft werden Entscheidungen gefühlsmäßig gefällt, obwohl beirein rationeller Überlegung eine andere Entscheidung die richtige wäre. Herr k. ist anderen Menschen gegenüber immer offen und aufgeschlossen. Der Umgang mit Menschen macht ihm Spaß,der ideale Arbeitsplatz ist da, wo er mit anderen Menschen zu tun hat. Herr k. ist sehr stark um Gerechtigkeit bemüht. Er versucht stets, sich für andere einzusetzen. Herr k. ist ein impulsiver und phantasievoller Idealist. Herr k. ist insofern bescheiden und wenig aufdringlich,als dass er es nicht nötig hat, die Umwelt bei jeder Gelegenheitauf die eigenen Stärken aufmerksam zu machen.
Schafe an der Uni

Frau Fuchs hat drei Schafe auf dem FH-Campus einquartiert. Das sind die „Hochschultiere“, die seit April auf einer Wiese hinter dem Fachgebäude Design grasen. Das Mutterschaf namens Frau Wolle und die beiden Lämmer Ovis und Wahlessen 2 sorgen dort dafür, dass der Rasen kurz bleibt. Die Namen wurden aus 150 Vorschlägen von Studenten ausgewählt.
Wie stärken Schafe die „soziale Verantwortlichkeit“?Die Studenten sollen die Schafe gemeinsam versorgen. Sie sind für die Fütterung zuständig - auch am Wochenende kommen Studenten zur Schafpflege an die Hochschule. Vergangenes Semester haben sich 35 Studenten um die Versorgung gekümmert. Sie haben zum Beispiel die Zäune versetzt, wenn eine Stelle abgegrast war. Die anfallenden Kosten werden mit dem Geld bestritten, das sonst für die Rasenpflege ausgegeben wird.
Mehr dazu gibt es hier.
Ich will auch ein Schaf an der UNI!
Samstag, Juli 29, 2006
Zitronenlimonade
man nehme sechs unbehandelte Zitronen, schneide diese in Scheiben, gebe sie in eine Behältnis, gebe sechs Nelken dazu (vielleicht auch besser weniger). Dies alles übergieße man mit 1 1/4 Liter kochendem Wasser. Über Nacht zugedeckt ziehen lassen. Am anderen Tag das Gemansche durch ein Sieb pressen und den daraus gewonnenen Saft in einen Topf geben. 500 Gramm Zucker zufügen und langsam erhitzen bis der Zucker sich aufgelöst hat- dabei Rühren! Dann aufkochen lassen und etwa 10 Minuten zu Sirup einkochen (was bedeutet auf niedrigerer Flamme ohne Deckel kochen lassen). Schön kühlen und etwa zwei Eßlöfel des Sirupes in ein mit Eiswürfel gefülltes Glas geben, mit Mineralwasser auffüllen. Voila. Fertig.
Wer sich davon noch nicht genug erfrischen kann, der kann es ja machen wie Yerka:

hier gefunden
Freitag, Juli 28, 2006
Harry Potter und die Liebe auf Pferden
Quelle
Dienstag, Juli 25, 2006
Masturbate-a-Thon
Dann seid ihr hier richig!
Dazu müsst ihr nur über 18 Jahre alt sein und am 5.August in London Lust zur Masturbation verspüren.
Vielleicht sehen wir uns…
All diejenigen die nun pikiert ihr Näschen rümpfen sei diese Website ans Herz gelegt- eigentlich fast noch lustiger als die erstere.
Freitag, Juli 21, 2006
Wal in Dresden

In Dresden wurde ein Wal gesichtet. Genau genommen war es schon immer da, direkt vor unseren Augen. Aber man erwartet so etwas ja nicht, hier in Mitteldeutschland, so ganz ohne Meer.
Und was habt ihr?
Samstag, Juli 15, 2006
Lebensende
Doch weshalb eigentlich diese Party? Sie soll den Abschluss des theoretischen Teils des Studiums nach 5 Jahren bilden. Der Abschluss des freien Lebens. Kein wahllos einteilbarer Tagsablauf mehr. Kein Ausschlafen. Keine Semesterferien. Kein soziales Treffen mehr in Vorlesungen oder Mensa. Also eigentlich eine Trauerfeier.
Die Menschlein waren aber außerordentlich guter und ausgelassener Stimmung. Wahrscheinlich rennen sie noch der Illusion hinterher nun vieles zu lernen, dass die eigentliche Profession jetzt beginne, man können nun endlich Menschen heilen. Dass man aber im Praktischen Jahr sein Hirn auf Sparflamme setzen muss, um nicht zu verzweifeln, das sagt einem niemand. Dass man vor sechs Uhr aus dem Bett muss, pünktlich zu Visite zu sein um müde zu lächeln, Frühbesprechungen und Chefvistin zu erleben, die einem nicht das Geringste sagen oder interessieren, man von seinesgleichen getrennt wird und dann in den OP gestellt wird, Haken zu halten, die einem die Finger taub machen und deren Ende im nicht sichtbaren OP-Gebiet verschwinden, Rüge der Oberärzte über sich ergehen lassen und überhaupt die Tatsache, dass man macht was man schon immer NICHT machen wollte, das wird einem dann erst bewusst, wenn man drin steckt. Aber trotz aller Empirie, die Hoffnung dass der Tag des inneren Seelenfriedens kommt lodert noch in mir.
Mittwoch, Juli 12, 2006
Paul
Dienstag, Juli 11, 2006
Die Hochzeit
Montag, Juli 10, 2006
Sonntag, Juli 02, 2006
Götterdämmerung
Zwei hoch gewachsene adrette Personen betreten die Kunsthalle. Dunkles Haar, alabasterfarbene Haut, grazile Gesichtszüge. Einige Zeitgenossen mutmaßen über deren Ähnlichkeit. Wilde Theorien über ein Entzweien der vermeintlichen Geschwister in ihrer Kindheit wird jüngst immer wieder diskutiert.
Ein Hauch kosmopolitärer Eleganz durchweht die Ausstellung. Das Schnappen ihrer Krokodil und Pailletten besetzter Sandaletten, warmherziges Kichern über die Prüderie der Zwanziger, verbotenes Berühren der Statuetten. Kaum ein Besucher kann sich ihrem Bann entziehen.
Am Denker vorbei, durch Séparée geflüchtet, immer im Auge der Kameras, entschwinden die Hoheiten über Wendelstufen in die Bildhauerwerkstatt, eine kreative Enklave der Anonymität. Unerkannt dürfen die jungen Herrschaften hier ihre irdischen Züge erkunden. Aus Lehm formen sie kleine Skulpturen, die, wurde ihnen erst einmal Leben eingehaucht, den Auserwählten zum Erlangen der Weltherrschaft dienen werden.
Phoenix

Als Arinna (Hethitische Sonnengöttin) die Welt erschaffen hatte und über ihr Angesicht wandelte, war dies noch kalt und leer. So beschloss sie Leben zu erschaffen, an dem sich ihr Auge erfreuen konnte. Als erstes ließ sie die Pflanzen entstehen, dann die Tiere und Vögel. Doch schon bald musste sie feststellen, dass es zu kalt und zu dunkel für ihre Geschöpfe war. Und sie ging daran der Welt Licht zu schenken, indem sie mit ihrem flammenden Schwert einen großen dunklen Stern am Firmament entzündete. Dabei fielen schwelende Funken herab und entzündeten das Nest des Urvogels im Garten der Göttin. Mit einem gewaltigen Feuerschlag ging sein Nest in Flammen auf und verbrannte seinen goldgefiederten Körper. Doch aus der Asche erhob sich strahlend jung und glänzend der Vogel des Paradieses, neu geboren aus den lodernden Himmelsflammen. Das Feuer hatte nur seine äußere Hülle verbrannt, und aus der Asche erhob sich der wiedergeborene Phönix. Sein Gefieder war an Hals und Kopf noch golden, wie die Strahlen der Sonne am Morgen, aber sein Körper war purpurn, wie die Sonne, die abends tief am Horizont steht und die Schwanzfedern flammend rot, wie das Feuer aus dem er geboren war...
(mehr darüber hier)